Der Schaffensfreude nachgehen
Als ich im Sommer 2023 beschloss, ein Buch zu schreiben, wollte ich zunächst nur meiner eigenen Schaffensfreude nachgehen.
Aufgrund von Studium und Beruf hatte ich über viele Jahre hinweg Ideen für eigene kreative Projekte immer beiseitegeschoben. Wirklich schade, denke ich heute. Damals war ich allerdings überzeugt, dafür schlicht keine Zeit zu haben.
Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich würde gleich platzen, weil so viel in mir steckte, das heraus musste. Also habe ich die Prioritäten in meiner Freizeit neu gesetzt – was konkret bedeutete: Der Sport hatte das Nachsehen.
In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie aus einem persönlichen Kreativprojekt ein konkretes Ziel wurde.
Schreiben – erst einmal nur für mich
Als ich diesen Entschluss gefasst hatte, hegte ich den Wunsch, für mich selbst zu schreiben und darin Erfüllung zu finden.
Natürlich gab es dieses diffuse Ziel, eine Geschichte mit Anfang, Spannungsmomenten und einem Ende zu erzählen – eben etwas Rundes zu schaffen. Aber ich wollte es auf meine Weise tun.
Auf keinen Fall wollte ich mir selbst Ketten anlegen in Form von: „Das passt nicht ins Genre XY.“
Der Moment, in dem der Ehrgeiz kommt
Je mehr Zeit und kreative Energie in mein Schreibprojekt flossen, desto größer wurde auch mein Ehrgeiz.
Irgendwann wurde mir klar:
Ich möchte, dass andere meine Geschichte lesen.
Natürlich spielte dabei der Wunsch nach Anerkennung eine Rolle.
Gleichzeitig beschäftigt mich das Thema meiner Geschichte schon seit vielen Jahren. Ich glaube, dass es auch andere interessieren könnte – und dass sie vielleicht genau darüber gerne eine Geschichte lesen würden.
Wenn sich das Schreiben verändert
Die Erkenntnis, die Geschichte nicht nur für mich zu erzählen, hat auch mein Schreiben verändert.
Vorher investierte ich oft Stunden darin, Figuren und ihre Welt ausführlich zu beschreiben – einfach, weil es mir Spaß machte.
Als mir dann jedoch klar wurde: „Ich möchte meine Geschichte bei einem Verlag veröffentlichen“, begann ich zielgerichteter zu arbeiten.
Effizienz spielte plötzlich eine größere Rolle. Ich setzte mir eine Deadline.
Ich begann zu plotten. Das hatte zur Folge, dass ich ganze Szenen aus früheren Entwürfen für die aktuelle Fassung aussortierte, weil sie zu wenig zur Entwicklung der Geschichte beitrugen.
Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie skrupellos ich dabei teilweise vorging.
Meine Darlings durften keinen sanften Tod sterben. Ich habe sie eiskalt mit dem Hackebeil gekillt und in der Datei mit dem herzlosen Namen rausgeschmissen begraben.
Auf meiner Entfernen-Taste klebt Blut. Ich bekenne mich schuldig.
Erste Leser geben Feedback
Nach mehreren Entwurfsfassungen schickte ich schließlich eine Version an meine beiden Testleser.
Zum ersten Mal erlebte ich, wie es sich anfühlt, wenn ein Text von anderen gelesen und geprüft wird.
Meine Testleser konnten schließlich nicht in meinen Kopf schauen. Inhaltliche Lücken auf dem Papier, die ich beim Schreiben unbewusst gefüllt hatte, weil ich als Autorin ja alles über meine Figuren und ihre Welt wusste, sorgten bei ihnen für Fragezeichen.
Das Feedback, das mich erreichte, zeigte mir: Der Text war noch lange nicht fertig.
Vom Hobbyprojekt zum echten Ziel
Spätestens an diesem Punkt hatte ich innerlich damit abgeschlossen, dass es sich um ein Hobbyprojekt handelt.
Stattdessen entstand ein neues Ziel:
Eine Agentur sollte an das Potenzial meiner Geschichte glauben und sie einem Verlag vorstellen – idealerweise einem, der sie eines Tages in die Regale großer Buchhandlungen bringt.
Ihr seht schon: Ich kann mich ziemlich schnell in eine Sache hineinsteigern.
Wenn ich von etwas überzeugt bin, fällt es mir schwer, lockerzulassen.
Allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits über ein Jahr an der Geschichte gearbeitet und ich wünschte mir deshalb mehr denn je, meine Arbeit in Form eines verlegten Buches gewertschätzt zu sehen.
Warum es diesen Blog überhaupt gibt
Wegen meines Ehrgeizes könnt ihr jetzt auch diesen Blogbeitrag lesen. Ich verdanke ihm nicht nur die fertige Geschichte, sondern auch das Ticket zur Leipziger Buchmesse 2026, eine separate E-Mail-Adresse, meine Webseite und einen Youtube-Kanal.
Ich musste erst einmal tief durchatmen, bevor ich über meinen Schatten sprang und das erste Video auf Youtube hochlud. Aber ich weiß mittlerweile auch, dass man als Autorin sich heutzutage zuerst eine Community aufbauen muss, bevor sich ein Verlag an einen unbekannten Namen heranwagt. Das finanzielle Risiko ist einfach zu groß.
Was soll ich also zu dem ganzen Wirbel sagen, den ich um meine Geschichte mache?
Ganz einfach:
Ich möchte gelesen werden!
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